Re: WM in Wiener Walzer???
Autor: DanceS (80.109.54.---)
Datum: 02. Oktober 2011 20:52
Meine Kritik am ÖTSV basiert auf der Entwicklung im Tanzsport, die der ÖTSV als Verband zu verantworten hat. Nehmen wir als Beispiel die Tiroler Landesmeisterschaft Standard, die kürzlich stattgefunden hat: In der B und A Klasse nur 3 bzw 5 Paare, in der S-Klasse sogar nur ein einziges - ohne den B-Sieger hätte diese Klasse gar nicht stattfinden können. Meines Erachtens ist das Schwinden der Anzahl der Paare auf eine falsche oder eben planlose (um auf die Frage von "egal" einzugehen) Handlungsweise zurückzuführen. Auch wenn einige Paare wenige Wochen vor der Staatsmeisterschaft möglicher Weise aus taktischen Gründen nicht bei der Landesmeisterschaft angetreten sind, kann es doch nicht sein, dass nur ein einziges Paar gemeldet ist - da läuft offensichtilich etwas falsch. Diesen Umstand zu kritisieren, bedeutet nicht, dass man "ein frustrierter Tänzer" ist, sondern stellt lediglich einen Beweis dafür dar, dass Handlungsbedarf besteht.
Als Aktiver kann ich an diesem Umstand nichts ändern, weil das nicht möglich ist. Als Aktiver bin ich Mitglied in einem Klub und der Klub wiederum ist Mitglied des ÖTSV. Als Aktiver kann man dem Präsidium keine Vorschläge machen, das kann nur ein Klub tun (derzeit gibt es auch keinen Aktivensprecher). Auch möchte ich mich auf das Training und die Turniere konzentrieren; die Aktiven bestreiten Turniere, die Funktionäre machen die Tanzsportpolitik. Dass Turniere, mit nur 1 gemeldeten Paar mich als Aktiven nicht glücklich machen, liegt doch auf der Hand. Ich finde nicht, dass es die Aufgabe der Aktiven ist, beim Klub Druck zu machen damit der beim ÖTSV Druck macht, damit mehr Paare bei den Turnieren antreten - das sollte ein selbstverständliches Ziel des Verbands sein, aber ich kann keine Bemühungen (und schon gar keine Ergebnisse) in dieser Richtung erkennen.
Niemand redet hier davon, alles zu wissen oder den "Stein der Weisen gefunden zu haben", aber Kritik muss der erste Schritt zur Veränderung sein. Wo niemals Kritik geäussert wird, dort ändert sich auch nichts. Im Verbandspräsidiumm kann man als Aktiver nicht sitzen und wer die Modalitäten zur Wahl des Präsidiums kennt, weiss auch, dass das keine einfache Angelegenheit ist (schon allein deshalb, weil man nicht einzelne Personen für die jeweiligen Ämter vorschlagen und wählen kann, sondern immer nur ganze Teams als unveränderbaren Wahlvorschlag).
Welcher Verband von staatlicher Seite oder von der IOC anerkannt ist oder nicht, ist letztlich völlig uninteressant. Das hat nur Gewicht, wenn es um Förderungen geht und weder die WW-WM als Event noch der/die Sieger werden Förderungen erwarten. Wer das Turnier gewinnt, wird sich "Wiener Walzer Weltmeister" nennen und ob das von mancher Seite nicht offiziell annerkannt ist, wird den bestreffenden Paaren zu Recht völlig egal sein. Ich hätte es wesentlich besser gefunden, wenn der ÖTSV mit den Organisatoren zusammenarbeiten würde, denn der Tanzsport könnte davon profitieren. Ja, Pro-Am ist eine wirtschaftliche Angelegenheit (und läuft nicht nur in den USA gut), das leugnet auch niemand - Trainer sind übrigens auch nichts anderes als one-man-Firmen mit wirtschaftlichen Zielen, aber das ist absolut in Ordnung so. Der Vorteil der wirtschaftlichen Einstellung des Pro-Am Bereiches ist, dass man Turniere in eleganten Locations wie (im Fall der WW-WM) dem Hotel Savoyen durchführen kann - ist doch wesentlich schöner als zB in einem Haus der Begegnung, das einen so festlichen Rahmen eben nicht bieten kann. Würde man zusammenarbeiten, könnte man beispielsweise im Rahmen der WW-WM auch eine Staats- oder Landesmeisterschaft durchführen. Alleine wäre das für den ÖTSV (oder den veranstaltenden Klub) nicht finanzierbar, in Zusammenarbeit mit einem Pro-Am Veranstalter vielleicht schon. Zusammen könnte man viel mehr für den Tanzsport in all seinen Variationen Erreichen!
Deshalb kritisiere ich den ÖTSV.
Deshalb ist es egal, ob die IOC den Sieger der WW-WM anerkennt oder nicht.
Deshalb kann und will ich nicht im Präsidium sein.
Deshalb behaupte ich nicht "den Stein der Weisen gefunden zu haben".
Deshalb sollte man zusammenarbeiten und nicht einander drohen (gilt auch für die WDSC).